Die weniger spektakulären Führungsthemen

"Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher dieser Seite,

die aus unserer Sicht die Diskussion beeinflussenden aktuellen Führungsthemen haben wir Ihnen in einzelnen Beiträgen auf dieser Seite zusammengestellt.

Wenn Sie sich an unserem Austausch zu Führungsfragen im Kontext der Wirtschaftspsychologie beteiligen möchten, können Sie gerne unserer Netzwerk bei LinkedIn beitreten.

Darüber hinaus gibt es aber auch viele Themen, die weniger im Blickfeld stehen. Eine kleine Auswahl mit interessanten Ansätzen habe ich Ihnen unter dem Stichwort "Spektrum Führung" zusammengestellt."

Prof. Dr. Rüdiger Reinhardt Akademischer Leiter

Vertrauen und Führung

Das Vertrauen in Führung scheint weiter zu schwinden! Nur noch 33 Prozent der Menschen vertrauen ihren politischen Führern und 44 Prozent ihren oberen Chefs, so das aktuelle Edelmann Trust Barometer. Das heißt im Klartext: Leadership ist in der Krise. Menschen haben mehr und mehr die Nase voll davon, wie unsere Welt und unsere Unternehmen geführt werden. Sie misstrauen offiziellen Führungseliten und vertrauen mehr auf ihre Peers und soziale Netzwerke. Der bessere Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Vertrag: Arbeitnehmer, die ihrem Arbeitgeber vertrauen, neigen weitaus eher zu vorteilhaften Aktionen - sie treten für die Organisation ein (Vertrauensvorteil von 39 Punkten), sind engagierter (33 Punkte) und bleiben weitaus loyaler (38) Punkte) und begangen (31 Punkte) als ihre skeptischeren Kollegen. Darüber hinaus halten 71 Prozent der Mitarbeiter es für äußerst wichtig, dass „mein CEO“ auf schwierige Zeiten reagiert. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Gesamtbevölkerung stimmen zu - sie wollen, dass CEOs die Führung übernehmen und nicht darauf warten, dass die Regierung sie auferlegt.

STOLZ AUF DIE ARBEIT

Authentisch und flexibel, durchsetzungsstark und harmonisch: Die Anforderungen an Führungskräfte sind voller Widersprüche. Wie gehen Chefs damit um? Ein Gespräch des HBM Sidney Finkelstein, einem der bekanntesten Leadership-Forscher. Eine zentrale Botschaft lautet: Exzellente Führungskräfte helfen anderen dabei, zu guten Führungskräften zu werden.

Leadership in lernenden und reinvestierenden Organisationen

Ein wichtiger Baustein in unserem Konzept der "Leadership Excellence" ist Führung bzw. Leadership, welche(s) zu lernenden und reinvestierenden Organisationsformen führen soll und kann. Selbstführende Organisationen sind vor allem bei den heute weit verbreiteten komplexen und dynamischen Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Gesellschaft von Vorteil, weil sie sozusagen ein Anpassungsgen in sich tragen. Damit hat dieses Konzept das Potenzial, einige Führungsprobleme der heutigen Zeit nachhaltig lösen zu helfen. Psychologe und Unternehmensberater Frederic Laloux beschreibt die Zusammenhänge in seinem Buch sehr gut nachvollziehbar und überzeugend. Jetzt erläutert der Belgier sein Konzept auch in einer Online-Konferenz in deutscher Sprache.

Hohe Intelligenz ist nicht immer gut

Hochintelligente Menschen stehen im Ruf beruflich gute Arbeit zu verrichten und prädestiniert für Führungsaufgaben zu sein. In der Tat ist wissenschaftlich unbestritten, dass Intellligenz einen großen Anteil an Führungserfolg hat. Offensichtlich ist aber zu viel Intelligenz eher hinderlich, wie eine aktuelle Untersuchung der Universität Lausanne zeigt. Hochintelligente Führungskräfte führen zu wenig flexibel und damit eher ineffektiv und wählen zudem oft kontraproduktive Führungsmethoden.

Führung der Internetgeneration

Psychologe und Publizist Markus Väth setzt sich vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Generation der Millenials (je nach Konzept Geburt ab 1980-2000, also die heute 25-35-Jährigen) in der Gruppe der Berufstätigen immer stärker vertreten sind, mit einem durchaus wichtigen Führungsthema auseinander. Seiner Meinung nach projizieren ältere Zeitgenossen auf die Millenials eine Sinnorientierung, die nicht vorhanden ist. Vielmehr seien sie narzisstisch und individualistisch, weil sie in einer Welt der sofortigen Belohnung lebten, was durch Social Media jedem wichtig und möglich sei.

10 Fehler der Demotivation

Eine weitere Forschungsarbeit zeigt Führungsdefizite von Führungskräften auf. Das National Business Research Institute in Texas hat eine Studie dem Thema Demotivation gewidmet und eine Liste erstellt, wie Manager Mitarbeitern den Spaß an der Arbeit nehmen, und damit die Produktivität des Unternehmens gefährden. Das sind die zehn größten Motivationskiller: #1 Pessimismus #2 willkürliche Gehaltsunterschiede #3 Unsicherheit #4 Druck (Dauerstress) #5 Geringschätzung #6 Vetternwirtschaft #7 nicht nachvollziehbare Entscheidungen #8 Zeitverschwendung #9 Rumbrüllen #10 Kommunikation (Abschottung).

Die Ergebnisse lassen sich unserer Meinung nach durchaus auf die Verhältnisse in Europa bzw. Deutschland übertragen.

Digitales Zeitalter verändert Zugang zu den Menschen

Aktuelle Forschungsergebnisse der Boston Consulting Group zeigen auf, wie sich mit der Digitaliserung in einem fundamentalen Zeitenwechsel der Zugang zu den Menschen - ob Kunden oder Mitarbeiter - verändert. Die vier großen Trends in der Arbeitswelt sind demnach: Sinnerwartung, Geschwindigkeit, persönliche Einbeziehung und transformative Verhaltensanstöße. Die Lösung ist also insgesamt mehr direkte Personalisierung. Lesen Sie den Bericht Digital-Era Change Runs on People Power.

7 fatale Führungsfehler – So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter

In einem interessanten Artikel von Mirijam Franke unter dem Titel „Fachkräfte: Wie Führungskräfte die Fluktuationsrate senken“ wird beschrieben, dass in Deutschlands Unternehmen derzeit – wenn auch langsam – ein Umdenken stattfindet. Noch ist den deutschen Arbeitnehmern Sicherheit im Job zwar wichtiger als eine große Karriere, doch schon bald werden guten Fachkräften dank akutem Mangel zahlreiche attraktive Jobangebote offenstehen. Wer mit seiner Stelle unzufrieden ist, fasst immer häufiger den Mut zur Kündigung. Ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit und Motivation im Job ist dabei die Führung im Unternehmen. Die Autorin zeigt nun aktuell, wie gute Führung geht und vor allem: wie nicht.

Obwohl das Meiste des Berichts bereits bekannt ist und unser Konzept der Leadership Excellence deutlich weiter führen soll, stehen wir voll hinter den Kernaussagen als „Basics“ der Führung!

Kampf gegen Bürokratie in den Unternehmen

In einem aktuellen Interview unter der Rubrik Strategie ruft der bekannte und anerkannte Managementberater Gary Hamel vehement zum Kampf gegen die Bürokratie in den Unternehmen auf. Angesichts der dynamischen Organisationsumwelt müsse die moderne Strategie die Idee verfolgen, "die Welt zu verändern". Daher müsse auch jede Organisation, ob klein oder groß, in der Lage sein, ihre Bedingungen entsprechend zu gestalten. Dies ist in der traditionellen hierarchischen Organisationspyramide nicht mehr möglich, so Hamel.

Das sehen wir ganz genau so und können dies mit unzähligen Beispielen illustrieren.

Was Macht aus uns macht

Chefs, die ihre Machtposition mehr für die eigenen statt für gemeinsame Interessen nutzen, können einem Unternehmen erheblich schaden. Davon ist Dr. Rüdiger Reinhardt überzeugt. Informativ und provokativ sprach der Psychologe und Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) anlässlich der Geislinger Hochschultage am 16.11.2017 zum Thema „Was Macht mit uns macht“. 

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