„Wenn Unternehmen nicht aufpassen, verändern sie die letzten Leistungsträger auch noch kaputt.“

Der erfahrene Organisationspsychologe Axel Koch veröffentlichte nun sein zweites Buch mit dem provokativen Titel „Change mich am Arsch“ und geht mit der „Change-Endlossschleife“ in Unternehmen hart ins Gericht. Für sein Buch sprach er mit vielen Betroffenen und beschreibt den „Change-Horror“ sehr real und vergleicht dies sogar mit „häuslicher Gewalt“. Er warnt vor dem kompletten Veränderungskollaps und mahnt:„Wenn Unternehmen nicht aufpassen, verändern sie die letzten Leistungsträger auch noch kaputt.“ 

Da Unternehmen und Organisationen ohne Anpassung an die veränderten Bedingungen zwangsläufig untergehen, muss einem dieses Buch über die verbreitete falsche Art und Weise der Veränderung stark zu Denken geben.

Hohe Intelligenz ist nicht immer gut

Hochintelligente Menschen stehen im Ruf beruflich gute Arbeit zu verrichten und prädestiniert für Führungsaufgaben zu sein. In der Tat ist wissenschaftlich unbestritten, dass Intellligenz einen großen Anteil an Führungserfolg hat. Offensichtlich ist aber zu viel Intelligenz eher hinderlich, wie eine aktuelle Untersuchung der Universität Lausanne zeigt. Hochintelligente Führungskräfte führen zu wenig flexibel und damit eher ineffektiv und wählen zudem oft kontraproduktive Führungsmethoden.

Führung der Internetgeneration

Psychologe und Publizist Markus Väth setzt sich vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Generation der Millenials (je nach Konzept Geburt ab 1980-2000, also die heute 25-35-Jährigen) in der Gruppe der Berufstätigen immer stärker vertreten sind, mit einem durchaus wichtigen Führungsthema auseinander. Seiner Meinung nach projizieren ältere Zeitgenossen auf die Millenials eine Sinnorientierung, die nicht vorhanden ist. Vielmehr seien sie narzisstisch und individualistisch, weil sie in einer Welt der sofortigen Belohnung lebten, was durch Social Media jedem wichtig und möglich sei.

10 Fehler der Demotivation

Eine weitere Forschungsarbeit zeigt Führungsdefizite von Führungskräften auf. Das National Business Research Institute in Texas hat eine Studie dem Thema Demotivation gewidmet und eine Liste erstellt, wie Manager Mitarbeitern den Spaß an der Arbeit nehmen, und damit die Produktivität des Unternehmens gefährden. Das sind die zehn größten Motivationskiller: #1 Pessimismus #2 willkürliche Gehaltsunterschiede #3 Unsicherheit #4 Druck (Dauerstress) #5 Geringschätzung #6 Vetternwirtschaft #7 nicht nachvollziehbare Entscheidungen #8 Zeitverschwendung #9 Rumbrüllen #10 Kommunikation (Abschottung).

Die Ergebnisse lassen sich unserer Meinung nach durchaus auf die Verhältnisse in Europa bzw. Deutschland übertragen.

Digitales Zeitalter verändert Zugang zu den Menschen

Aktuelle Forschungsergebnisse der Boston Consulting Group zeigen auf, wie sich mit der Digitaliserung in einem fundamentalen Zeitenwechsel der Zugang zu den Menschen - ob Kunden oder Mitarbeiter - verändert. Die vier großen Trends in der Arbeitswelt sind demnach: Sinnerwartung, Geschwindigkeit, persönliche Einbeziehung und transformative Verhaltensanstöße. Die Lösung ist also insgesamt mehr direkte Personalisierung. Lesen Sie den Bericht Digital-Era Change Runs on People Power.

7 fatale Führungsfehler – So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter

In einem interessanten Artikel von Mirijam Franke unter dem Titel „Fachkräfte: Wie Führungskräfte die Fluktuationsrate senken“ wird beschrieben, dass in Deutschlands Unternehmen derzeit – wenn auch langsam – ein Umdenken stattfindet. Noch ist den deutschen Arbeitnehmern Sicherheit im Job zwar wichtiger als eine große Karriere, doch schon bald werden guten Fachkräften dank akutem Mangel zahlreiche attraktive Jobangebote offenstehen. Wer mit seiner Stelle unzufrieden ist, fasst immer häufiger den Mut zur Kündigung. Ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit und Motivation im Job ist dabei die Führung im Unternehmen. Die Autorin zeigt nun aktuell, wie gute Führung geht und vor allem: wie nicht.

Obwohl das Meiste des Berichts bereits bekannt ist und unser Konzept der Leadership Excellence deutlich weiter führen soll, stehen wir voll hinter den Kernaussagen als „Basics“ der Führung!

Kampf gegen Bürokratie in den Unternehmen

In einem aktuellen Interview unter der Rubrik Strategie ruft der bekannte und anerkannte Managementberater Gary Hamel vehement zum Kampf gegen die Bürokratie in den Unternehmen auf. Angesichts der dynamischen Organisationsumwelt müsse die moderne Strategie die Idee verfolgen, "die Welt zu verändern". Daher müsse auch jede Organisation, ob klein oder groß, in der Lage sein, ihre Bedingungen entsprechend zu gestalten. Dies ist in der traditionellen hierarchischen Organisationspyramide nicht mehr möglich, so Hamel.

Das sehen wir ganz genau so und können dies mit unzähligen Beispielen illustrieren.

Was Macht aus uns macht

Chefs, die ihre Machtposition mehr für die eigenen statt für gemeinsame Interessen nutzen, können einem Unternehmen erheblich schaden. Davon ist Dr. Rüdiger Reinhardt überzeugt. Informativ und provokativ sprach der Psychologe und Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) anlässlich der Geislinger Hochschultage am 16.11.2017 zum Thema „Was Macht mit uns macht“. 

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